Zum Jahresende wird es oft stiller. Nicht nur draußen, auch innen.
Die Termine werden weniger, die To-do-Listen kürzer – und plötzlich meldet sich das, was sonst gern überhört wird: ein Gedanke, ein Gefühl, manchmal auch eine leise Frage.
Was war dieses Jahr eigentlich für eines?
Eines zum Abhaken? Zum Durchatmen? Zum Kopfschütteln?
Oder von allem ein bisschen – wie so oft im Leben.
Aus systemischer Sicht war es ganz sicher kein „entweder–oder“-Jahr. Sondern ein sowohl–als–auch:
Erfolge und Zweifel. Wachstum und alte Muster, die sich hartnäckig gehalten haben. Nähe und Abstand. Klarheit und ein paar offene Schleifen, die jetzt erst einmal mit in den Jahreswechsel dürfen. (Keine Sorge – die kommen nicht ins Handgepäck, sondern in den Koffer „Lernfelder“.)
Die Zeit zwischen den Jahren mag ich besonders.
Sie erinnert daran, dass Entwicklung keine Gerade ist, sondern eher ein Tanz: ein Schritt vor, einer zur Seite, manchmal auch kurz zurück – nicht als Rückschritt, sondern um Anlauf zu nehmen.
Und dann steht es da, das neue Jahr.
Noch ganz unbeschrieben. Ein bisschen frech, ein bisschen hoffnungsvoll.
Es fragt nicht, ob wir perfekt vorbereitet sind – sondern nur, ob wir bereit sind, weiterzugehen. Mit dem, was wir gelernt haben. Und mit dem Humor, den wir brauchen, wenn Pläne sich wieder einmal als Vorschläge entpuppen.
Für das kommende Jahr wünsche ich dir:
- Mut für ehrliche Fragen (auch die unbequemen),
- Gelassenheit für das, was sich nicht sofort lösen lässt,
- und Vertrauen in deine eigenen inneren Systeme – sie wissen oft mehr, als der Kopf zugibt.
Ich freue mich auf neue Prozesse, auf gemeinsames Sortieren, auf Aha-Momente und das befreiende Lachen, wenn plötzlich klar wird: Ach so – darum also.
In diesem Sinne:
Ein achtsames Jahresende, erholsame Tage zwischen den Jahren
und einen guten, zuversichtlichen Start in ein neues Jahr voller Möglichkeiten.
Nicht perfekt. Aber lebendig.