Weihnachten unter dem Stern Corona...

Diesen Beitrag können Sie auch als Podcast hören unter:

soundcloud.com/user-655643132/anja-mumm-weihnachten-silvester-2020-unter-dem-stern-corona

 

Heute ist Winterbeginn. Jedes Jahr erscheint Weihnachten irgendwie plötzlich am 24.12.- 3 Wochen noch!! Der Unterschied zu sonst: wir denken früher und anders darüber nach - wahrscheinlich wird es diesmal tatsächlich eine „staade“ Zeit. Still.

Die Adventszeit und Weihnachten stehen in diesem Jahr natürlich unter dem Stern Corona und den damit zusammenhängenden Einschränkungen. Die deutsche Regierung verkündet das bereits seit Wochen und die Versuche, mit diversen Teil-Lock-Downs im Vorfeld ein Weihnachten wie eh und je zu ermöglichen, scheinen gescheitert.

Familien und Freundeskreise dürfen sich dieses Jahr nur zu zehn Personen treffen und es werden vorweihnachtliche UND anschließende Selbstquarantänen empfohlen - vielleicht sogar noch verpflichtend. Auch wird nicht jeder nach Hause fahren können, um an Heiligabend oder zum Jahreswechsel seine Liebsten zu sehen.

Und wenn wir ehrlich sind: Zehn Erwachsene in einem Raum an Heiligabend, zusätzlich dazu die Kinder... An Abstand ist da gar nicht zu denken und wer wird schon bei voraussichtlichen Minusgraden jede Stunde alle Fenster aufreißen um durchzulüften?

Wer hat in seinem Wohnzimmer und am Esstisch so viel Platz, dass man von „Abstand“ sprechen kann? Können wir uns vorstellen, mit der Familie und mit Maske unter dem Weihnachtsbaum zu sitzen? Wohl kaum.

Jede Familie, die bis an die Grenze dessen geht, was erlaubt ist, wird sich und den Menschen, die man während und nach Weihnachten trifft, dadurch einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen. Für Sylvester gilt das gleiche, nur dass man „Familie“ durch „Freunde“ ersetzen kann. Man „darf“ also etwas, was das Infektionsgeschehen sicher anheizen wird. Man sehnt sich danach und hat wahrscheinlich gleichzeitig ein schlechtes Gewissen.

Wie also umgehen mit dieser erneut ganz ungewohnten Situation?

Den Kopf in den Sand stecken und warten, bis alles vorbei ist? Unendlich viele Kekse und Schokoladen-Nikoläuse verspeisen, weil Süßes ja auch irgendwie glücklich macht?

Uns reich via AMAZON & Co selbst beschenken, um uns über all die Entsagungen hinwegzutrösten? Und nebenbei die Wirtschaft anzukurbeln. Alkohol trinken, um das ganze Elend einfach mal eine Weile zu vergessen?

Na ja - als Life-Coach kann ich Ihnen dazu natürlich nicht wirklich raten ;-). Und auch als Business-Coach habe ich einige Tipps, damit die Vorweihnachtszeit 2020 im Home Office, sowie Weihnachten und Sylvester auf ihre ganz eigene Weise schön und unvergesslich werden können.

Fangen wir mit dem Home Office an - der Duft einer geschälte Mandarine am Arbeitsplatz könnte schon mal nasal für einen gelungenen Einstieg ins Weihnachtsthema sorgen. Auch ein Tee mit Orange und Zimt sorgt über die Nase für weihnachtliche Eindrücke, die das Gehirn angenehm stimulieren. Eine Kerze kann man auch mal neben den Computer stellen, das verändert die Stimmung ganz ungemein. Sie könnten weihnachtlich dekorieren! Probieren Sie es doch mal aus.

Ihre Kollegen könnten Sie zur großen Weihnachtsparty diesmal über Video-Konferenz begrüßen - das ist besser als nichts! Im Team überlegen Sie sich vorab, wer einen kleinen weihnachtlichen Beitrag in Form eines Gedichts, Jahresrückblicks, Ständchens - gerne auch gemeinsam gesungen - einbringen möchte. Wenn es machbar ist, schicken Sie - oder Ihr Office Manager - den Kollegen vorab ein Paket, das alle möglichen Feier-Beigaben enthält: Eine kleine Flasche Glühwein oder Prosecco, ein paar Kekse, ein Wichtelgeschenk … alles, was Sie an das sonst gemeinsam verlebte Fest erinnert. Legen Sie Ihre Zusammenkunft in die Abendstunde, ziehen Sie sich schick an, nehmen Sie Ihren Lebensgefährten oder die Lebensgefährtin mit vor den Rechner … Und bleiben Sie positiv gestimmt.

Nehmen Sie Weihnachten unter dem Corona-Stern als Herausforderung an und machen Sie das Beste daraus. Wir alle teilen diesen historischen Moment der Ausnahme-Situation miteinander. Denken Sie daran, dass es im kommenden Jahr anders laufen wird, das macht Mut und motiviert, das Beste aus dem Jetzt zu machen. Und denken Sie auch daran, was für ein Glück Sie haben, falls Sie Weihnachten im Kreise Ihrer Liebsten verbringen können. Der eine oder andere Arbeitskollege kann wegen Corona vielleicht nicht nach Hause reisen, falls sich die Heimat z. B. im krisengeplagten Ausland befindet.

Und damit sind wir auch schon beim privaten Weihnachtsglück angelangt. Hier ist meine erste Idee: Falls Sie tatsächlich einen Arbeitskollegen haben, der in diesem Jahr nicht nach Hause reisen kann: Laden Sie den Kollegen doch zu sich nach Hause sein - falls der Kollege nett ist und die restliche Familie einverstanden ist, natürlich nur. Vielleicht nicht gerade am Weihnachtsabend selbst - vielleicht davor zu einem Umtrunk auf der Terrasse, auf dem Balkon, im Hof oder am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag zum Glühwein in einen nahegelegenen Park. Das ist natürlich wetterabhängig, aber auch ein Zeichen von Solidarität.

Und auch hier gilt: Freuen Sie sich über das, was möglich ist, über die Menschen, mit denen Sie Zeit verbringen können. Genießen Sie auch einfach mal die Ruhe, die sich in diesem Jahr daraus ergibt, dass Sie nicht alle Familienmitglieder besuchen werden. Überlegen Sie sich, was Sie gerne kochen und trinken möchten, welche Ausflüge ins Umland Sie gerne machen möchten, welche Bücher Sie lesen könnten, welche Filme sehen etc., um diese besondere Zeit zu genießen. Bleiben Sie ganz bei sich selbst und überlegen Sie, was Ihnen - und Ihrer Familie - gut tut und freuen Sie sich darauf, dass Sie Zeit dafür haben werden.

Noch ein Tipp: Planen Sie ein Familientreffen außerhalb der Feiertage – mit den dann erlaubten fünf erwachsenen Personen. „Strecken“ Sie die Familienbesuche über mehrere Tage und dafür nur im kleinen Kreis. Verschenken Sie Zeit statt Konsumgüter – auch wenn das für unsere Wirtschaft kontraproduktiv erscheint. Unserem Wohlbefinden wird das guttun.

Und natürlich kann auch Silvester in diesem Jahr zu einer Herausforderung werden. Nicht jeder kommt gut damit zurecht, den Jahreswechsel erzwungen „in Ruhe“ und vielleicht in kleiner Runde oder ganz alleine zu verbringen. Die Fremdbestimmtheit fühlt sich dann vielleicht besonders schwer erträglich an. - Auch hier würde ich erneut zur Video-Konferenz mit Freunden oder der Familie raten. Kochen Sie sich allesamt das Gleiche, kaufen Sie die gleichen Getränke ein, schmücken Sie sich und das Zimmer, in dem Ihr Rechner steht. Kaufen Sie sich ein Tisch-Feuerwerk und ein besonderes Getränk Ihrer Wahl zum Anstoßen um Mitternacht. Auch Wachsgießen und andere Spiele, die sich mit der Zukunft in 2021 beschäftigten, können Sie gemeinsam spielen. Es gibt die Möglichkeit sich über Spotify eine gemeinsame Playlist zusammenstellen, so dass Sie dann währen Ihrer „Party“ sogar die gleiche Musik hören. Vielleicht fällt Ihnen noch mehr ein, so dass dieses Silvester nicht nur wegen Corona besonders wird, sondern auch, weil Sie einfach tolle Ideen hatten, um sich trotzdem oder jetzt erst recht zu amüsieren.

 Falls Ihnen nichts einfällt, helfe ich gerne noch aus: Treffen Sie sich draußen um Mitternacht in einer Runde guter Freunde - maximal zehn Erwachsenen wohlgemerkt! Feiern Sie zusammen für eine halbe Stunde ihre Freundschaft und den Zusammenhalt, verabreden Sie sich für das neue Jahr in Zwei-Familien-Kontexten zu einem Spaziergang. Machen Sie einen virtuellen Neujahrsempfang mit unterschiedlichen Freundesgruppen.

Und vor allem: machen Sie das Beste daraus und versteifen Sie sich nicht darauf, dass man Weihnachten und Sylvester so feiert wie immer, da es sonst eben kein Weihnachten oder Sylvester ist. Schauen Sie auf das, was Sie haben und was sinnvoll machbar ist. Mit Freude und mit einem sozialen Beitrag, ohne schlechtes Gewissen oder die schon genannten „Hilfsmittel“, die am nächsten Tag den Kater nur noch vergrößern.

Generell gilt: Unterschätzen Sie nicht, wie wohltuend es sein kann, wenn einiges ein Mal ganz anders läuft als gewohnt. Und wenn es rückblickend dann doch nicht so toll war, dann haben Sie es wenigstens versucht und vielleicht eine besondere Geschichte zu erzählen.

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne eine entspannte Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Jahr 2021,

Ihre Anja Mumm

Es gibt jedem ersten Dienstag im Monat einen Podcast. Ich danke Ihnen für’s Lesen oder Zuhören und freue mich über weitere Ideen, um die kommende Zeit zu einer Besonderen zu machen in den Kommentarspalten. Gerne können Sie sich unter info@coaching-kompetenz.de auch persönlich an mich wenden.

Auszeit vom Job